Saaltext
Eine Arbeit, eine Frage, drei Methoden.
Verfasser
Jonathan M. O. Gerbig
Klasse 26Wd
Gymnasium Neufeld, Bern
Betreuung
Alexander Stämpfli
Datum
14.03.2026
Anlass
Maturaarbeit · Eingereicht bei Schweizer Jugend forscht.
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Fragestellung
Wie beeinflusst NVIDIAs Marktdominanz den Wettbewerb in der KI-Halbleiterindustrie?
Über mich
Geboren 2008 in Bern, zwischen Code und Wirtschaftsteil aufgewachsen. Diese Arbeit verbindet zwei Interessen, die sich selten begegnen: das technische Fundament der KI-Revolution und die strategische Frage, warum so viel Wert in so wenigen Händen entsteht.
Methodisches Vorgehen
- 1Quantifizierung der Marktkonzentration mittels Herfindahl-Hirschman-Index (HHI).
- 2Untersuchung des Lock-in-Effekts durch NVIDIAs proprietäre CUDA-Plattform.
- 3Bewertung der Wettbewerbskräfte nach Porters Five-Forces-Modell mit Fokus auf Rivalität und Substitute.
Vorbereitung
Für diese Arbeit wurden 2 671 Seiten relevante Literatur in Originalsprache sowie sämtliche im Literaturverzeichnis aufgeführten Publikationen und Reports gelesen — darunter zentrale Werke zur Geschichte und Politik der Halbleiterbranche.
- The Nvidia WayKim, 2024
- Chip WarMiller, 2022
- The Thinking MachineWitt, 2025
- Empire of AIHao, 2025
Zeitleiste der Arbeit
- Sep 2024Themenfindung — erste Recherchen zu NVIDIA, AlexNet, CUDA-Geschichte.
- Okt 2024Hypothesenbildung; Wahl der drei methodischen Säulen (HHI, CUDA, Five Forces).
- Nov 2024 – Jan 2025Datenerhebung: IoT Analytics, Wells Fargo, GitHub-API, NVIDIA 10-K.
- Feb 2025Korrespondenz mit der Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO).
- Mär – Aug 2025Schreibphase, Redaktion, wissenschaftliches Poster.
- Sep 2025Einreichung Maturaarbeit; Vorbereitung Schweizer Jugend forscht.
- Mär 2026Verteidigung. Eröffnung dieser digitalen Ausstellung.
Die Ergebnisse zeigen ein Paradoxon: NVIDIAs Marktmacht ermöglicht massive Investitionen in Forschung und Entwicklung — und schränkt zugleich den Wettbewerb ein.
2 671
Seiten Vorbereitung
6
Säle der Ausstellung
47+
Diagramme & Vitrinen
1
These, dreifach belegt
Häufig gefragt
Sieben offene Fragen.
- Warum NVIDIA und nicht Apple oder Google?
- Weil kein anderes Unternehmen einen vergleichbar konzentrierten, kritischen B2B-Markt kontrolliert. 92 % bei einer einzelnen Komponente schlägt jede Endnutzer-Plattform-Dominanz.
- Was ist ein KI-Beschleuniger?
- Ein Spezialchip (GPU, TPU, NPU), der die Matrixoperationen in neuronalen Netzen drastisch schneller ausführt als eine Allzweck-CPU. Heute typischerweise NVIDIA H100 oder B200.
- Sind die 92 % wirklich gesichert?
- Sie stammen aus drei unabhängigen Quellen (IoT Analytics, Wells Fargo, Mercury Research) und liegen alle im Korridor 88–94 %. Die Maturaarbeit dokumentiert die Schnittmenge.
- Warum HHI und nicht Marktanteil?
- Marktanteil zeigt nur den Spitzenreiter. Der HHI quadriert die Anteile aller Wettbewerber und macht Konzentration messbar — die WEKO benutzt ihn ebenfalls.
- Können Hyperscaler-Eigenchips das Monopol brechen?
- Sie können den Anteil senken, nicht aber die Lock-in-Effekte: CUDA bleibt der lingua franca der KI-Forschung. Saal IV widmet sich dieser Spannung.
- Welche Rolle spielt China?
- Eine zentrale: Exportkontrollen für H100 / H800 / H20 verschieben Marktanteile und schaffen einen parallelen Markt mit Huawei Ascend. Saal V.
- Ist die Arbeit politisch?
- Nein. Sie ist deskriptiv-analytisch. Die Verdikte folgen aus den Daten, nicht aus einer Position. Eine kartellrechtliche Bewertung obliegt Aufsichtsbehörden.